Von:
Arne Langbein

e-clowns.de

Clowns sind nach landläufiger Meinung vielleicht zunächst einmal albern. Ziehen sich dämlich an und stolpern unbeholfen in der Manege herum. Unreif könnte man das nennen. Clowns sind dazu noch laut und direkt. Tritt der Clown auf, ist der Ernst des Lebens für kurze Zeit verschwunden, muss hinter dem Vorhang warten, bei den wilden Tieren und den Akrobaten und „vernünftigen“ Künstlern. Sinnfrei ist die Zeit, in der der Clown seine Mätzchen macht. Ja – und wie gut das ist!

Welch wichtigen und ernst zu nehmenden Beruf der Clown da hat! Will er doch zunächst eins: allen, die Kinder geblieben sind, Freude machen. Den Ernst des Lebens kennt auch er: hinter wie vielen Masken und Schminkfarben verbirgt sich ein nachdenkliches Gesicht. Mancher Sturz ins Sägemehl ist ein Symbol für die unzähligen Stürze des menschlichen Lebens. Aber eben: symbolisch. Danach kommt dann schnell das Aufrappeln und weiter machen.

Da können wir dann neidisch werden, weil bei den Clowns alles so einfach geht. Wir sind gezwungen, in unserem Alltag unsichtbare Masken zu tragen, die „viel besser sind“, wie Herman Van Veen so treffend singt („Wie geschickt verbirgt die Frau dort, dass ihr Mann sie grün und blau schlägt“). Das Verbergen persönlicher Probleme steht auf dem Programm, wenn wir uns in den Manegen des Lebens bewegen. Leider. Und das Aufstehen ist sehr mühsam. Zumindest dann, wenn wir zu erwachsen geworden sind. Wie gesagt: Kinder freuen sich über die Clowns und nehmen diese Freude sogar mit aus dem Zirkuszelt in ihr junges Leben.

Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen, sagt Jesus von Nazaret. Das Reich Gottes steht für die ewige Freude schon jetzt inmitten der Stolpereien des irdischen Lebens. Für die Kraft, die immer wieder aufstehen lässt. Ostern jeden Tag. Die davon weiter erzählen, übernehmen also den Job der Clowns im religiösen Bereich. Sie albern zwar nicht herum oder ziehen sich dämlich an und sie spritzen auch nicht Wasser aus Plastikblumen: wenn sie aber von Gott reden, lassen sie genauso ein Stück Freude wahr werden. Und die, die die Kirche als bloßen Zirkus betrachten, sind herzlich eingeladen, sich noch einmal neu anstecken zu lassen von der kindlichen Freude, die hier entsteht und dazu hilft, die eigenen Masken getrost abzulegen.